Gößnitz verliert deutlich in Roschütz
SV Roschütz – SG FSV Gößnitz / SV Zehma 7:1 (3:0)
Nach einem 1:7 fällt es schwer, die richtigen Worte zu finden. Woran hat es gelegen? Diese Frage stellt man sich nach einer solchen Niederlage zwangsläufig. Natürlich fehlten den Pleißestädtern mit Felix Dabelstein, Kevin Bahr, Max Köhler und Toni Tomaske erneut vier Stammspieler. Als alleinige Erklärung greift das jedoch zu kurz. Denn chancenlos hätten die Gößnitzer in Roschütz keineswegs sein müssen. In der ersten Viertelstunde lief auf beiden Seiten fußballerisch wenig zusammen. Die Führung der Gastgeber entstand dann aus einer Situation, die sich mit der nötigen Konsequenz hätte verteidigen lassen: Ein langer Abschlag wurde nicht im ersten Zugriff geklärt. Nico Schmitt kam aus seinem Tor, Marvin Kronz überlupfte ihn zum 1:0 (18.). Nur sieben Minuten später fehlte erneut die Entschlossenheit im Pressing. Auch im anschließenden Defensivverhalten agierten die Gäste nicht clever genug. Kronz umspielte Schmitt und schob zum 2:0 ein. Kurz vor der Pause folgte der nächste vermeidbare Gegentreffer: Bei einem Freistoß standen zwei Roschützer Angreifer am Sechzehner völlig frei. Felix Bach lief ein und köpfte zum 3:0 ein (41.). Mit diesem Rückstand blieb den Gößnitzern nach dem Seitenwechsel wenig anderes übrig, als offensiver zu werden und auf einen schnellen Anschlusstreffer zu spielen. Die Mannschaft zeigte in den ersten 20 Minuten der zweiten Halbzeit durchaus Leidenschaft und Kampfgeist. Sie gelangte häufiger ins gefährliche letzte Drittel, ließ vor dem Tor allerdings die nötige Kaltschnäuzigkeit vermissen. Das 3:1, das dem Spiel noch einmal eine andere Richtung hätte geben können, fiel nicht. Die offensivere Ausrichtung eröffnete zugleich Räume für die Gastgeber. In der 67. Minute nutzte Robert Großer eine Unstimmigkeit in der Gößnitzer Defensive zum 4:0. Danach gingen die Köpfe nach unten. Der Glaube, noch etwas bewegen zu können, schwand sichtbar, und auf dem Platz kam zusätzliche Unruhe auf. Eine direkt verwandelte Ecke von Tim Frotscher brachte kurz darauf das 5:0 (69.). Gößnitz stellte anschließend noch einmal taktisch um. Eric Wagner konnte gemeinsam mit Nils Rudolph in der Offensive einige Akzente setzen. Die weiterhin offene Spielweise bot Roschütz allerdings weitere Möglichkeiten. Kronz mit seinem dritten Treffer (80.) und Tino Friedemann (85.) erhöhten auf 7:0. Zumindest der Ehrentreffer gelang den Gästen noch: Wagner steckte gut auf Rudolph durch, der im Strafraum zu Fall gebracht wurde. Den fälligen Elfmeter verwandelte Wagner in der 87. Minute zum 7:1-Endstand. Unterm Strich bleibt festzuhalten, dass sich Gößnitz in der ersten Halbzeit viel zu leichtfertige Fehler erlaubte. In der derzeitigen Situation fehlt der Mannschaft zudem die mentale Stabilität, um einen solchen Rückstand nach der Pause noch aufzuholen. Der Einsatz zu Beginn der zweiten Halbzeit war da. Mit den weiteren Gegentoren gingen jedoch zunehmend der Glaube und die Ordnung verloren. Nächste Woche muss zu Hause in Gößnitz gegen Niederpöllnitz eine Reaktion folgen. Die Mannschaft muss zeigen, dass sie bereit ist, über 90 Minuten zu kämpfen und sich Punkte zu erarbeiten. Dass sie dazu in der Lage ist, hat sie in dieser Saison bereits bewiesen. Jetzt kommt es darauf an, genau das wieder auf den Platz zu bringen. Halt den FSV in Ehren!



















